Lizenz-Optimierung
Der Bericht unter Reports → Lizenz-Optimierung beantwortet eine Frage, die klassische Überwachungssoftware nicht stellt: Zahlen Sie für eine SQL-Server-Edition, die Sie gar nicht benötigen?
Wie die Bewertung zustande kommt
Für jede überwachte Instanz werden drei Dinge geprüft:
- Enterprise-Merkmale je Datenbank. SQL Server führt mit
sys.dm_db_persisted_sku_featuresselbst Buch darüber, welche editionsgebundenen Merkmale in einer Datenbank tatsächlich verwendet werden — Partitionierung, Komprimierung, ColumnStore, In-Memory OLTP, TDE. Die Abfrage läuft je Datenbank, weil die Sicht immer nur die aktuelle Datenbank betrachtet. - Instanzweite Enterprise-Merkmale, die keine Datenbanksicht meldet: Resource Governor, Datenbank-Snapshots und aktivierte Verfügbarkeitsgruppen.
- Hardware gegen die Standard-Obergrenze: maximal 24 Kerne und 128 GB Arbeitsspeicher. Liegt die Instanz darüber, wäre ein Downgrade nur mit Verkleinerung möglich.
Der entscheidende Punkt: die Version zählt mit
Mit SQL Server 2016 SP1 hat Microsoft den größten Teil der früher Enterprise-exklusiven Programmierfunktionen in die Standard Edition übernommen — Komprimierung, Partitionierung, ColumnStore, In-Memory OLTP, Change Data Capture. Transparent Data Encryption kam erst mit SQL Server 2019 hinzu.
Deshalb bewertet der Bericht jedes gemeldete Merkmal gegen die laufende Version. Ein Werkzeug, das nur die DMV ausliest und jeden Treffer als Blocker meldet, würde Ihnen auf einer 2019er-Instanz raten, Enterprise wegen Datenkomprimierung zu behalten — das wäre schlicht falsch und der teuerste denkbare Fehler in dieser Auswertung.
Merkmale, die aufgrund der Version kein Blocker sind, werden trotzdem aufgeführt (aufklappbar unter „gemeldete Merkmale, die kein Blocker sind"). So können Sie nachvollziehen, dass geprüft wurde — und warum das Ergebnis lautet, wie es lautet.
Ein Merkmal, das der Bericht nicht kennt, gilt vorsichtshalber als Blocker. Diese Richtung kostet Sie nichts; die umgekehrte kostet eine Migration.
Kernzahl und Kern-Packs
Microsoft rechnet Kerne, nicht Sockel — mit mindestens vier Kernen je physischem Prozessor, verkauft in 2-Core-Packs. Eine Maschine mit zwei Sockeln zu je einem Kern kostet trotzdem acht Kerne.
Meldet die Instanz ihre echte Topologie (socket_count / cores_per_socket, verfügbar ab
SQL Server 2016 SP2 bzw. 2017 CU), wird diese verwendet. Andernfalls dient cpu_count als
Rückfallebene — der Wert ist durch Hyper-Threading überhöht, führt also eher zu einer zu
hohen als zu einer zu niedrigen Schätzung.
Preise hinterlegen
Der Bericht liefert bewusst keine Microsoft-Preisliste mit. Ohne hinterlegte Preise zeigt er Kerne und 2-Core-Packs; sobald Sie Ihre eigenen Konditionen eintragen, rechnet er in Ihrer Währung:
"LicenseCostSettings": {
"Currency": "EUR",
"EnterpriseCorePackAnnualPrice": 0,
"StandardCorePackAnnualPrice": 0
}
Tragen Sie Ihre tatsächlichen Konditionen ein (EA, SPLA, Open Value) — nicht geratene Listenpreise.
Konsolidierungs-Kandidaten
Zusätzlich listet der Bericht Instanzen, deren Spitzenlast im Betrachtungszeitraum dauerhaft unter 25 % blieb. Bewusst die Spitze und nicht der Durchschnitt: Der Monatsabschluss ist oft der einzige Grund, warum eine Maschine so groß dimensioniert ist — ein Durchschnittswert würde ihn verstecken.
Die Auslastungsdaten stammen aus der eigenen Historie (PerformanceHistory), nicht aus einer
Live-Abfrage. Eine frisch hinzugefügte Instanz hat daher zunächst keine Konsolidierungs-Bewertung.
Wann läuft die Bewertung?
Automatisch einmal täglich im Hintergrund. Administratoren können sie über die Schaltflächen im Bericht sofort auslösen — für eine einzelne Instanz oder für die gesamte Flotte.
Berechtigungen
Der Monitoring-Login benötigt VIEW SERVER STATE sowie Lesezugriff auf die zu prüfenden
Datenbanken. Fehlt der Zugriff auf einzelne Datenbanken, werden diese übersprungen und gezählt —
die Bewertung schlägt nicht komplett fehl, ist dann aber unvollständig.
Grenzen
Diese Auswertung ist eine technische Entscheidungshilfe, keine Lizenzberatung. Sie kennt Ihren Vertrag nicht, keine Software Assurance, keine Virtualisierungs- oder Rechenzentrumsrechte. Sie prüft, was technisch feststellbar ist. Stimmen Sie jedes Downgrade mit Ihrem Lizenzpartner ab.
Ebenfalls nicht erkennbar: Enterprise-Merkmale, die nur zur Laufzeit genutzt werden und keine Spur in der Datenbank hinterlassen — etwa Online-Index-Rebuilds oder parallele Indexoperationen. Prüfen Sie vor einem Downgrade auch Ihre Wartungsjobs.